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Die LAN-Party

Dixi   Herr Drachau
Hatte doch mein kleiner Herr Drachau wieder einmal eine Idee: "Lass uns zu einer Lahm-Party gehen!"   In der Zeitung fand ich die Einladung zu einer Eltern-LAN-Party, veranstaltet vom Medienkulturzentrum Dresden anlässlich der Fachtagung Serious Games .
Eine gute Idee, das interessiert mich sehr! Auf einer LAN-Party von Jugendlichen käme ich mir doch etwas zu alt vor, deshalb wollte ich unbedingt diese Möglichkeit nutzen.
Nun, ich hatte gar keine Lust auf eine lahme Party. Aber mein Herrchen lächelte verschmitzt und versenkte ein kleines Tütchen mit Leckerli in seiner Tasche. Wir also los zur Party!   Dixi hatte keine Lust. Aber ich steckte vor seiner Nase eine große Tüte Leckerli in meine Hosentasche und schon war er bereit zum Ausgehen.
Im Party-Saal angekommen schnüffelte ich gleich, was es denn zu futtern gäbe. Total enttäuschend! Nichts Fressbares! Nicht einmal Salat, abgesehen vom Kabelsalat unter den Tischen, aber der war nicht genießbar.   Die Party gab Eltern die Möglichkeit, das Treiben ihrer - meist im pubertierenden Alter befindlichen - Kinder unter "geschützten Bedingungen" kennenzulernen. Im Klartext: Wir "computerdoofen" Eltern durften Computerspiele in einem lokalen Netzwerk (LAN) ausprobieren und bekamen dazu einige erklärende Hinweise mit dem Ziel, die Computerspielbegeisterung unserer Kinder besser zu verstehen.
Und dann ging es los. Zuerst ein Autorennen, na halt das Übliche. Aber es war ein Spiel, da konnte man selbst eine Strecke bauen. Muss ich mal im Internet ausprobieren!   Das erste Spiel war ein Autorennen, das kennt man ja in unzähligen Versionen, ich hatte das aber noch nicht im Netzwerk gespielt. Das Schöne an diesem Spiel: Man konnte auch selbst Rennstrecken bauen, das hat was Kreatives.
Mein kleiner Herr Drachau hantierte nicht besonders geschickt mit den Pfeiltasten, das kann ich viel besser! Mein Herrchen denkt dabei viel zu sehr an richtiges Autofahren. Ich gab ihm den Tipp: einfach Vollgas geben und losrasen!   Ich kam zu Dixis Belustigung und trotz seiner guten Ratschläge nur mit Mühe und Not einigermaßen über die Runden. Die Steuerung mit Pfeiltasten hat natürlich mit Autofahren rein gar nichts zu tun. Man müsste das halt üben, aber dazu habe ich keine Lust und keine Zeit. Dixi dagegen kann solche Spiele sehr gut!
Die Autos konnten sich gegenseitig offensichtlich nicht beeinflussen, es wurden einfach nur die Rundenzeiten verglichen und eine Rangliste veröffentlicht. Aber auch das hat seinen Reiz, man versucht natürlich möglichst weit vorn zu landen. Machte Spaß!
Das Spiel "Counter Strike" hat mich viel mehr interessiert, das kannte ich noch nicht.   Als zweites Spiel konnten wir "Counter Strike" ausprobieren. Das ist eines der berühmt-berüchtigten Ballerspiele.
Solche Spiele gibt es nämlich auf unseren Computern zu Hause generell nicht, da hat Herr Drachau was dagegen.   Ich dulde Killerspiele nicht auf unseren Computern zu Hause. Dixi darf das auch nicht im Internet spielen. Wir haben das besprochen, und Dixi weiß, dass ich ihn da auch kontrolliere.
Da rennen komisch angezogene Menschen durch die Gegend. Sie haben Pistolen oder Gewehre und schießen damit wild um sich. Wir sollten eine Bombe finden, die ein böser Terrorist versteckt hatte. Herrchen ist ziellos durch Gänge und Säle geirrt und wir wussten gar nicht, wo wir eigentlich sind.   Der Sinn des Spieles besteht darin, Bomben zu legen ( das machen die Terroristen) oder Bomben zu entschärfen (das macht die Antiterroreinheit). Der Spieler läuft mit der Waffe im Anschlag durch eine verzweigte Spielumgebung, muss sich orientieren und reagieren. Ich bin allerdings schon an der mangelnden Orientierung gescheitert, aber das ist halt Übungssache.
Eine richtige Pistole sieht aber anders aus, und auch das Zielen geht ganz anders. Ich weiß das vom Schützenverein, da gehe ich manchmal mit Herrchen hin.   Das Hantieren mit der Waffe hat nichts mit wirklichem Zielen und Schießen zu tun. Schießen kann man also Gott sei Dank mit diesem Programm nicht lernen.
Mir war das bald alles viel zu laut und hektisch. Mein Herrchen war so beschäftigt, dass ich ihm die Tüte mit Leckerli aus der Tasche stibitzen konnte. Ich suchte mir ein gemütliches Plätzchen unter dem Tisch inmitten aller Kabel und verputzte die Leckerli ganz und gar.   Programmtechnisch ist das Spiel interessant, inhaltlich erwartungsgemäß niveaulos. Vom Teamgedanken des Spieles bekamen wir nicht viel mit, dazu war die Spielzeit natürlich zu kurz. Ich kann mir jetzt aber gut vorstellen, wie motivierend das Spielen in einem Netzwerk sein kann und werde überlegen, wie ich vernetztes Spielen für sinnvolle Inhalte einsetze.
Dann kam noch so eine Gesprächsrunde.
Ziemlich langweilig, bin eingenickt.
  Nach ein paar Spielrunden kamen wir mit Jugendlichen ins Gespräch, die sich viel mit Computerspielen beschäftigen. Auf meine Nachfrage stellte ich fest, dass sie das Makabre an dem Inhalt des Spieles verdrängen. Sie sind der Meinung, das virtuelle Gewalt nichts mit realer Gewalt zu tun hat.
Die Meinungen dazu gehen ja auch bei Experten weit auseinander.
Hier ein interessanter Link zum Thema "Fiktionale Gewalt"
Herr Drachau weckte mich und wollte nach Hause. Er sah ein bisschen blass aus und klagte über Kopfschmerzen. Das kommt davon, wenn man zu viel am Computer spielt! Gut, dass er mich mitgenommen hatte, so konnte ich ihn sicher nach Hause bringen.   Die Veranstaltung war interessant, aber am Ende hatte ich Kopfschmerzen und mir war etwas schwindlig. Ein unangenehmes Gefühl, ausgelöst durch den Widerspruch zwischen Wahrnehmung von Bewegung ohne tatsächliche Bewegungsausführung während des Spieles.
Ich weckte mein Hündchen, das längst unter dem Tisch eingeschlafen war. Hatte es doch tatsächlich alle Leckerli gefressen, und ich hatte das gar nicht gemerkt!
Zu Hause schauen wir noch kurz die Nachrichten an. Und mein Herr Drachau seufzt wie immer, wenn wieder schreckliche Meldungen über Terror kommen. Warum nur kommen Menschen auf die Idee, so etwas auch noch zu spielen? Sind schon seltsame Wesen, diese Menschen!   In den Spätnachrichten wie so oft eine Meldung über einen Terroranschlag. Meine rechte Hand tastet unwillkürlich nach der Computermaus, meine Augen suchen das "Bombe entschärfen"-Button. Aber dies ist keine Spiel, es ist leider Realität ...