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Hochbetrieb am Vogelhaus - Drachaus Spezialrezept

Soforthilfe für hungrige Vögel

"Das Vogelhaus ist schon wieder leer. Du solltest Futter auffüllen!", meinte Dixi beim Mittagessen.
Herr Drachau wunderte sich. Dixi konnte von seinem Platz aus das Futterhäuschen gar nicht sehen. Woher wusste er, dass es leer war? Er folgte Dixis Blick aus dem Erkerfenster und sah das Amselpärchen auf dem Gartenweg sitzen. Die beiden äugten angestrengt zum Fenster hinein, liefen dann hin und her, schauten wieder durch das Fenster. Jetzt schien es Herrn Drachau tatsächlich so, als wollten sie ihm mitteilen: "Bitte bringe uns Futter!"

Also begab er sich sogleich in die Küche und bereitete sein Spezial-Vogel-Müsli zu: Er schüttete Haferflocken in eine Schüssel und gab ein paar Tropfen Speiseöl dazu. Dann zerkleinerte er eine handvoll Rosinen sowie einen Apfel. Noch ein Esslöffel voll geschälter Sonnenblumenkerne dazu, alles schön verrühren, und fertig war die Weichspeise für alle die Vögel, die keine Körnerfresser waren.

In diesem ewig langen Winter hatten es die Vögel besonders schwer. Obwohl es schon April war, wollte und wollte der Schnee nicht weichen. Noch zu Ostern war der Wald tief verschneit gewesen und auch jetzt bedeckte der Schnee im Garten noch immer den Rasen und die Staudenbeete.
Herr Drachau mochte Schnee sehr. Er saß in mancher Vollmondnacht lange an seiner Terrassentür, schaute in den nächtlichen Wald hinaus und spähte nach Rehen oder Wildschweinen, die er zuweilen bis an den Gartenzaun kommen sah.
Aber inzwischen hätte es längst Frühling sein sollen, und da war auch Herr Drachau des Winters überdrüssig. So mancher Zugvogelschwarm aus Süden oder Osten musste umkehren oder eine Notlandung einlegen. Die Vögel, die hier überwinterten oder bereits aus dem Süden gekommen waren, litten Hunger und viele starben.
Herr Drachau versuchte zu helfen so gut er konnte. Mehrmals täglich versorgte er die hungrigen Tiere mit Weichnahrung und Körnern. Das Vogelhaus im Garten war gut besucht, ja geradezu umschwärmt.

Herr Drachau begab sich mit dem Futtereimer in den Garten. Dixi folgte ihm, hielt sich aber etwas abseits, setzte sich still hin und lauschte konzentriert dem Gezwitscher ringsum in den Bäumen. Und obwohl Dixi es immer bestritt, hatte Herr Drachau durchaus den Eindruck, dass sein Hund die Vogelsprache deuten konnte.
Nur zu gern hätte Herr Drachau gewusst, was in der Vogelwelt über ihn gezwitschert wurde.
Er trat an Dixi heran und überlistete ihn ein wenig mit der leisen Frage: "Und was sagen sie so, wenn ich mit dem Futtereimer den Weg entlangkomme?"
Dixi, ganz ins Lauschen versunken, antwortete spontan:
"Sie sagen: Ah, wie schön, da kommt er wieder, unser Herbert von Assisi!"
Und das freute Herrn Drachau sehr.

Herbert Drachau